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Gott ist tot ? - Es lebe der Vater

JAKOBS PUZZLE DES LEBENS: GEBOREN WERDEN IMMER ZWEI

Die Bibel im Kreuzfeuer unserer Zeit 

 

Eine neue, universelle Interpretation des Buches der Bücher angesichts des Missbrauchs dieses wichtigsten Buches der Menschheit im religiös aufgeheizten Irankrieg

Mit dem Irankrieg und seiner Begründung von amerikanischen und israelischen Regierungsstellen rückt die Bibel momentan wieder ins Kreuzfeuer der Weltpolitik, fast wie bei den Kreuzzügen vor 1000 Jahren. Ein Missbrauch des wichtigsten Buches der Menschheit, auf dem die Menschenrechte und der Humanismus gründen, dem man widersprechen sollte. Gleichzeitig bestätigt der Irankrieg zweifelsohne die eine große, ungelöste Frage des beginnenden zweiten Jahrtausends: Wie können die schier unüberwindbaren Gegensätze überbrücken werden, die sich in unserer globalisierten Welt auftun, nicht nur zwischen den unterschiedlichen Kulturen, sondern auch innerhalb unserer eigenen Gesellschaft? Vielleicht indem  wir unsere eigentliche, uns alle verbindende Identität neu denken oder wiederfinden, die in der ideologisch aufgeheizten Pluralität, in der Beliebigkeit und im Individualismus der Moderne sowie im Rückfall in längst überholt geglaubte Denk- und Verhaltensmuster untergegangen ist.

Geburt - die identitätsstiftende Grenzerfahrung schlechthin

Das, was uns alle verbindet, ohne jede Ausnahme, ganz egal von woher wir kommen, wo wir heute stehen und wohin wir streben, ist unsere Geburt - das identitätsstiftende Ereignis unseres Lebens schlechthin. Denn sie macht uns zu dem wer wir sind: Menschen. Zu Kindern, später in der zweiten Perspektive eventuell auch zu Müttern oder Vätern. Geburt ist etwas ganz Besonderes, denn sie ist zugleich Anfang und Ende. Obendrein ist sie ein Geschehen am absoluten Limit für beide unmittelbar Beteiligten, Mutter und Kind. Die radikale Abhängigkeit des Kindes von der Mutter während Schwangerschaft und Geburt ist genauso bemerkenswert, wie die Art und Weise des Geborenwerdens. Geburt passiert in einer nicht mehr zu steigernden Form einer Teamarbeit von Mutter und Kind, in der doch beide absolute Einzelkämpfer sind, wenn sich der Hinterkopf des Kindes durch den engen und doch enorm erweiterungsfähigen Geburtskanal den Weg ans Licht und in die Freiheit bohrt, getrieben und geschoben von den Wehen der Frau. Das Ziel: die Trennung von beiden. Doch es ist eine sinnvolle Trennung, nicht die Korrektur eines Irrtums. Trennung von zweien, um sie wieder zusammenzuführen: Vom Inneren des Schoßes hinaus und hinauf auf den Schoß und an die Brust der Mutter. Und dazwischen die Geburt, die allererste Escape-Room-Challenge eines jeden Erdenbürgers, die uns alle verbindet und an die wir dennoch keinerlei Erinnerung haben.

Geburt und Elternschaft sind, auch wenn man sich der gerade aufgezählten radikalen Fakten nicht bewusst sein sollte, transformative Erfahrungen, die neue Identitäten stiften. Und das eigentlich fast „automatisch“. Geboren wird nicht nur das Kind durch die Mutter, sondern auch die Mutter durch das Kind (Gertrud von le Fort). Und auch der Vater. Das Wunder, das wir hautnah bei der Entbindung miterleben können, geht nicht spurlos an uns vorbei. Die Ankunft des Kindes verwandelt die Eltern. Eine Geburt  berührt uns unweigerlich und führt immer zum Staunen, denn in ihr werden komplette Widersprüche sinnvoll unter einen Hut gebracht, damit Neues entsteht. Die Geburt  mit ihren Zusammenhängen kann deshalb als eine allgemeingültige Blaupause für das Verständnis des Lebens herangezogen werden jenseits aller religiösen oder ideologischen Narrative. Sie ist nicht nur ein Erklärungsmodell, eine bloße Idee oder ein Konzept, sondern unendlich viel mehr, nämlich anschauliche, universelle Wirklichkeit menschlicher Erfahrung. Geburt – „the theory of everything and everyone“: Beziehungen zwischen Lebewesen, die das Wesentliche des Lebens ausmachen. Die Prinzipien der Geburt schenken uns eine überwältigende Perspektive, die in ihrer verständlichen Einfachheit dennoch komplex genug ist, um das menschliche Dasein und den gesamten Kosmos in seiner ganzen Vielfalt, seiner Schönheit und Grausamkeit, seiner Abhängigkeit, seinen Rätseln und seiner Widersprüchlichkeit zu verstehen, ja selbst in seiner Transzendenz. Und sie geben so dem Leben einen Sinn. Selbst das Negative und das Leiden darin kann als Geburtswehen gedeutet werden, ohne die es keine Geburt gibt, es sei denn per Kaiserschnitt.

Jakobs Puzzle des Lebens – geboren werden immer zwei

Dieses universell geltende Verständnis von Schwangerschaft und Geburt kann logischerweise auch als eine Art „naturwissenschaftlicher“ Maßstab herangezogen werden, um die Bibel besser zu verstehen und ihre Aussagen sinnvoll zu deuten, jenseits traditioneller oder frommer Vorstellungen. Dies hat der Autor, ein Zwilling, Tierarzt und Vater, in seinem neu erschienenen Buch konsequent durchgezogen. JAKOBS PUZZLE DES LEBENS – GEBOREN WERDEN IMMER ZWEI ist eine spannende Reise durch die Bibel mit den ungleichen Zwillingen Esau und Jakob. Dass dabei so manches auf den Kopf gestellt wird, soll hier nicht verschwiegen werden. Dem wichtigsten Buch der Menschheit wird im Spiegel der Geburt der Segen abgerungen, so wie der Jakob der Genesis in einer mysteriösen nächtlichen Begegnung am Fluss Jabbok einem geheimnisvollen göttlichen Wesen den Segen abgerungen hat.

Neben den oben bereits erläuterten fünf Prinzipien der Geburt erweisen sich die fünf Perspektiven der drei an der Geburt beteiligten Personen als Schlüssel zu einer in seiner Einfachheit überzeugenden Interpretation der Bibel mit ihren Kernaussagen. Diese fünf Perspektiven sind vollkommen ausreichend, die Zusammenhänge von Individuum und Gemeinschaft auch mit den „Außenkräften“ menschlichen Lebens zu verdeutlichen, ob man sie Schicksal oder Gott nennt, ganz egal. Sie teilen sich auf in zwei Zwillingspaare, und dazu kommt eine Sonderperspektive, die des Zwillings selbst: 1a. die Sicht des ungeborenen Kindes und 1b. die des sehnsüchtigen Vaters (denn ohne ihn gäbe es die Geburt nicht). Zudem zweierlei Geburtsperspektiven, von 2a. Mutter und 2b. Kind. Macht vier Perspektiven. Und obendrauf – nicht nur als i-Tüpfelchen – die Zwillingsperspektive als fünfte Perspektive, die der Autor aus eigenem Erleben beisteuert und die sich als unentbehrlich herausstellt. So entlockt er dem Buch der Bücher das Geheimnis des Lebens und Gottes und bringt es auf den Punkt: Geboren werden immer zwei! Das ist selbst bei jeder Menschengeburt so, wenn nach dem neuen Erdenbürger die Nachgeburt geboren wird, um die Geburt komplett zu machen. Dieses Prinzip des Lebens zieht sich auch durch den ersten Schöpfungsbericht der Bibel in Genesis Kapitel 1. Tag um Tag entstehen jeweils zusammengehörende Paare: Himmel und Erde, Finsternis und Licht, Abend und Morgen, Wasser über und unterhalb eines Gewölbes, Land und Meer, Sonne und Mond, Lebewesen im Wasser und am Himmel, Landlebewesen und Menschen und letztere Mann und Frau. Dieses biblische Schöpfungsprinzip der Paare wird durch die Erkenntnisse der Naturwissenschaft bestätigt: Materie und Antimaterie, die zwei Erscheinungsformen des Lichts (Welle und Teilchen), die Doppelhelix der DNA, der doppelte Chromosomensatz, die Art der Zellteilung, die paarige Ausbildung der Organe im Menschen einschließlich der Organe, die sich in der Embryonalentwicklung zu einer Einheit verschmolzen haben wie das Herz oder das Gehirn. Auch die vom Menschen geschaffene virtuelle Welt beruht auf dem Zweierprinzip: Strom fließt, Strom fließt nicht. In dieser ambivalenten Welt der Paare fehlt jetzt nur noch das umstrittenste von allen, das Paar Gott – Mensch. Zweimal erklärt die Genesis in einem Satz dazu: Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn.

Damit ist die Bibel nicht nur ein doppelter Spiegel, in dem wir Gott und Mensch erblicken. Der Mensch ist obendrein ein Spiegelbild Gottes. Damit erhalten wir einen Spiegel im Spiegel. Kein Wunder, dass es uns das Buch der Bücher nicht immer leicht macht, es zu verstehen. Obwohl seine Botschaft eigentlich seit Jesus ganz offensichtlich ist: Gott ist ein Vater! Eine Tatsache, die sich in der Elternschaft des Menschen wiederspiegelt, von der der zweite Schöpfungsbericht der Genesis erzählt. Was im Garten Eden geschieht, ist viel mehr ist als eine Schilderung des „Sündenfalls“ des Menschen. Dass zwei unterschiedliche, sich nicht nur in Details widersprechende Schöpfungsberichte quasi ohne Zäsur am Anfang der Genesis stehen, hat seinen Grund. Im ersten Bericht wird Identitätsbildung durch Grenzen bzw. Abgrenzung geschildert und somit die erste Art von Identitätsfindung, die man auch Identifikation nennen kann. Das biblische Narrativ von der Vertreibung aus dem Paradies im zweiten Schöpfungsbericht beschäftigt sich mit der zweiten Art der Identitätsfindung: Beim Überschreiten von Grenzen entsteht eine neue Identität, was zunächst das Gegenteil von Identifikation darstellt. Beide Arten der Identitätsfindung finden wir auch in unserem eigenen Leben wieder, letztere etwa in der motorischen Entwicklung des Kleinkindes über das Krabbeln auf allen Vieren bis zum Laufen. Ohne Grenzüberschreitungen gibt es keinen Fortschritt. Auch wenn er mit Mühe und Plage garniert ist, wie es Gott in Genesis 3 Adam und Eva ankündigt. Weitaus wichtiger ist allerdings der positive Aspekt: Die Erfahrung, die wir mit dem Erleben nicht nur der Geburt und ihrer Schmerzen als Menschen machen dürfen: Mutter oder Vater zu sein als Abbild des Wesens Gottes.

Auch wenn es viele traditionelle Interpretationen der Bibel anders sehen, wir alle sind ohne Ausnahme Kinder unseres himmlischen Vaters. Denn die Prinzipien und Perspektiven der Geburt lassen keinen anderen logischen Schluss zu und es gibt genug Bibelstellen, die bestätigen: Wir sind ungeborene Gotteskinder, die auf ihre Geburt warten, um ihrem Vater und ihrem großen himmlischen Zwillingsbruder Jesus Christus von Angesicht zu Angesicht begegnen zu können, der im Neuen Testament als Erstgeborener vor der Schöpfung und als Erstgeborener der Toten ausgewiesen wird. Damit sind wir Menschen auf Augenhöhe, nicht nur untereinander, sondern auch mit Gott. Ein menschlicher Gott (in einem vollständig positiven Sinn verstandenen) und ein göttlicher Mensch auf Augenhöhe wie ein Vater und sein Kind! Und so sind wir zum Anfang dieses Beitrags über die Bibel zurückgekehrt, zu den in ihr verwurzelten Menschenrechten. Und damit zur Würde des Menschen und zur Würde Gottes, die beide nicht in menschlichen Projektionen oder religiösen Anschauungen begründet liegen, sondern in seinem Wesen als unser aller himmlischer Vater. Versöhnung und Frieden kann meines Erachtens auf dieser Grundlage gelingen, wenn wir uns alle unserer gemeinsamen Identität bewusst werden, selbst wenn sich der eine oder andere mit dem Begriff oder der Vorstellung von Gott schwer tun mag. Angesichts des religiösen „Missbrauchs“  ist das gut nachzuvollziehen. Das Buch JAKOBS PUZZLE DES LEBENS verstehe ich als eine Herausforderung zum Nachdenken. Man könnte es vielleicht in diesem Aphorismus überspitzt formulieren: Gott ist tot, es lebe der Vater!

Jakobs Puzzle des Lebens ist als Hardcover, e-book und Hörbuch erhältlich

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